Warum deutsche Unternehmen in Finnland Digitalisierungsstunden nehmen

Deutsche Unternehmen in Finnland rechnen mit starkem Wachstum, nutzen den finnischen Digitalisierungsvorsprung und die Aufgeschlossenheit der Verbraucher gegenüber neuen Produkten. Die Qualität der Ausbildung, der freie Wettbewerb und die Infrastruktur sind Stärken des nordischen Landes. Die aktuelle Umfrage der Deutsch-Finnischen Handelskammer (AHK Finnland) zeichnet ein äußerst positives Bild von Finnland als Wirtschaftsstandort.

„Alles kein Wunder“, findet Dagmar Ossenbrink, Geschäftsführerin der AHK Finnland. „Ein Land, in dem Breitbandanschluss zu den Grundrechten gehört, und Europas bedeutendstes Start-up-Festival Slush stattfindet, hat die besten Voraussetzungen als Innovationsstandort“.

Den deutschen Unternehmen in Finnland geht es blendend. Im vergangenen Jahr haben sie einmal mehr Mitarbeiter eingestellt und weniger Personal abgebaut als im Vorjahr. Und die Erwartungen für 2018 sind hoch: 72% (2016: 64%, 2015: 55%) der Unternehmen rechnen mit einer Steigerung ihrer Umsätze. Für das Geschäftsjahr 2018 planen 42% der Unternehmen (2016: 27%) eine Ausweitung ihres Personalbestandes, nur 5% rechnen mit einem Abbau von Personal.

Finnland – Absatzmarkt und Digitalisierungsvorreiter

Aber warum lässt sich ein deutsches Unternehmen in Finnland nieder? Ein Blick in die Ergebnisse der Umfrage die die AHK Finnland regelmäßig durchführt, beantwortet diese Frage: Deutsche Unternehmen sehen Finnland als interessanten Absatzmarkt mit freiem Wettbewerb.

Mehr und mehr zeichnet sich aber ein Bild von Finnland als wichtigem Innovationsstandort: 75% der befragten Unternehmen, die in Finnland F&E-Aktivitäten haben, sind mit den entsprechenden Bedingungen zufrieden. 57% aller Befragten bewerten die Digitalkompetenz bei Zulieferern in Finnland als besser – für Deutschland sprechen sich nur 2% der Unternehmen aus. Finnland führt den Vergleich nicht nur bei der Kompetenz von Zulieferern: Auch der Digitalisierungsgrad der Industrie wird in Finnland um ein Vielfaches höher geschätzt als in Deutschland (44% vs. 7%). Außerdem bieten sich die finnischen Verbraucher als Testpublikum an: 40% der Unternehmen hielten deren Unvoreingenommenheit gegenüber neuen Produkten und Dienstleistungen für besser als in Deutschland.

Über alle Branchen hinweg bietet Finnland für die im Land ansässigen deutschen Unternehmen zahlreiche Standortvorteile. Wie in der Umfrage zuvor wird die Qualität der Ausbildung als wichtiger Faktor eingestuft – die der akademischen Ausbildung als wichtigster Standortvorteil überhaupt (81% zufrieden, 2016: 73%). Deutlich zugenommen hat die Zufriedenheit mit dem freien Wettbewerb (78%, 2016: 64%). Die bereits 2016 stark angestiegene Zufriedenheit mit der Infrastruktur hat weiter zugenommen (73 % zufrieden oder sehr zufrieden).

Die 350 Unternehmen mit deutscher Kapitalbeteiligung in Finnland – in erster Linie kleine und mittelgroße Firmen – waren 2016 drittwichtigster ausländischer Arbeitgeber mit 21.834 Beschäftigten im nordischen Land. Die Umfrage wurde im April 2018 zum dritten Mal durchgeführt.

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