Im deutsch-finnischen Handel seit 101 Jahren

Das Import- und Großhandelsunternehmen Magnus Paul Ky ist eines der ältesten Mitglieder der AHK Finnland. Magnus Paul, ein Geschäftsmann aus Viipuri (Vyborg, im heutigen Russland), gründete die nach ihm benannte Firma in Helsinki am 18.6.1918. Anfangs verkaufte die Firma vor allem Büromaschinen und entwickelte sich dann von zwei Tabakläden und einem Übersetzungsbüro zu einem großen Import- und Großhandelsunternehmen. In diesem Jahr feiert das Unternehmen sein 101-jähriges Bestehen.

  • © Magnus Paul Ky

Magnus Paul Ky begann seine internationale Zusammenarbeit schon vor dem Zweiten Weltkrieg mit der Firma CLU (Continentale Linoleum Union), die Fußbodenbeläge herstellt. Später, 1939, trennte sich die DLW (Deutsche Linoleum Werke) von der mit dem Namen Forbo Group-Gruppe bekannten Unternehmenskoalition aus politischen Gründen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg versuchte man die Stellung der finnischen Jagd- und Sportwaffen zu stärken, aber die inländische Produktion war nicht auf dem nötigen Stand. Der Mangel wurde durch streng rationierte Importprodukte ausgeglichen. Importlizenzen bekam man wesentlich leichter für sog. Ostprodukte als für Westprodukte. Dies war von großer Bedeutung für das Importunternehmen, denn alte Traditionsunternehmen wie die Waffenindustrie in Suhl, die Schönebecker Patronenwerke und auch Carl Zeiss Jena, mit denen Magnus Paul Ky zusammengearbeitet hatte, lagen nach der deutschen Teilung im Osten.

Fußbodenbeläge und später auch Wandbeläge waren ein wichtiger Teil der Tätigkeit des Unternehmens. Dennoch wurde dieser Zweig Ende der 70er Jahre aufgegeben, da ein großer Teil des Unternehmens an den eigenen Auftraggeber verkauft wurde. Zu dem Zeitpunkt beschäftigte das Unternehmen 20 Mitarbeiter.

Harry Paul arbeitete auch unter der neuen Unternehmensleitung (Forbo Oy) als Geschäftsführer weiter. Gleichzeitig war er auch bis 2006 als Geschäftsführer von Magnus Paul Ky aktiv. Sein Nachfolger ist sein Sohn Göran Paul.

"Manche Produktnamen verändern sich in Laufe der Jahrzehnte, aber die Zusammenarbeit mit Magnus Paul Ky bleibt. Zum Beispiel der Name des Optikpioniers Carl Zeiss Jena hat sich zwei Mal geändert: Nach der ersten Umbenennung hieß die Firma fast 25 Jahre lang Docter und der neueste Name ist Noblex," erklärt der Geschäftsführer Göran Paul.

Das über 100-jährige Familienunternehmen hat weltpolitische Krisen sowie gesellschaftliche Veränderungen überstanden: der Zweite Weltkrieg, der Kalte Krieg und Handelsbeschränkungen oder die Wiedervereinigung Deutschlands sind Beispiele für die weltpolitischen Ereignisse, die die Entwicklung des Unternehmens beeinflussten.

Göran Paul sieht die Zukunft optimistisch und hat keine Angst vor dem Onlinehandel: "Es gibt immer einen Platz für eine Importagentur mit gutem Kundenservice."

Das Büro und die Ausstellungsräume der Magnus Paul Ky befinden sich heutzutage in der Kalevankatu im Zentrum von Helsinki. Der Umsatz des Unternehmens betrug im Jahr 2017 ungefähr 809 000 Euro. Zur Zeit werden vier Angestellte beschäftigt.

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