Wirtschaft

Finnland hat sich in wenigen Jahrzehnten zu einer modernen Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft entwickelt. Heute ist neben der Forst- und Papierindustrie vor allem die Metall- und Elektroindustrie von herausragender Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes.

Moderne Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft

Die finnische Wirtschaft hat in den letzten Jahrzehnten einen tiefgreifenden Strukturwandel durchgemacht. In den fünfziger Jahren noch eine Agrarnation hat Finnland in außerordentlich kurzer Zeit den Übergang zur Dienstleistungsgesellschaft vollzogen. Rund zwei Drittel der Beschäftigten sind im Dienstleistungssektor tätig. Gleichwohl ist es immer noch die Industrie, von deren Entwicklung die Wirtschaftskraft des Landes abhängt. Die Industrie erwirtschaftet auch rund 85 % der finnischen Exporterlöse.

Spitzenbranche Metall- und Elektroindustrie

Wichtigster Industriezweig ist die Metall- und Elektroindustrie, die für rund die Hälfte der Industrieproduktion und auch der Ausfuhren verantwortlich ist. Insbesondere Elektronik hat beachtliche Exporterfolge - speziell mit Telekommunikationsgeräten - erzielen können. Den finnischen Unternehmen kommt hierbei das ausgezeichnete Bildungsniveau und die Aufgeschlossenheit der Finnen für neue Technologien zugute. Bei der Nutzung von Handys als auch des Internets liegt Finnland weltweit mit an der Spitze.

Holz- und Papierindustrie

Während für die finnische Metall- und Elektroindustrie vor allem das technische Know-how und die Qualität der Erzeugnisse von ausschlaggebender Bedeutung für ihren Erfolg auf dem Weltmarkt sind, hängt für die finnische Forstindustrie nach wie vor viel von der preislichen Wettbewerbsfähigkeit und der stark schwankenden Nachfrage nach Papier und Zellstoff ab. Die Forstindustrie stellt knapp ein Drittel der finnischen Gesamtausfuhren, wovon wiederum allein auf den Papiersektor drei Viertel entfallen.

Aktuelle Wirtschaftsentwicklung

Weltweite Konjunkturschwankungen wirken sich auf die finnische Wirtschaft in der Regel überdurchschnittlich stark aus. Das Bruttoinlandsprodukt in Finnland ging 2014 um 0,4 % zurück (vorläufige Zahlen) und lag bei 204 Mrd. Euro.

Exporte im November 2015: 4,3 Milliarden Euro (-7 % ggü. Vorjahresmonat).
Importe im November 2015: 4,5 Milliarden Euro (-4 % ggü. Vorjahresmonat).

Die Außenhandelsbilanz weist Ende 2014 ein Defizit von 1,8 Milliarden aus.

Für 2016 rechnet das Forschungsinstitut der Finnischen Wirtschaft (ETLA) in seiner Frühjahrsprognose mit einem BIP von +1,0 %. Die Inflationsrate wird im Jahresdurchschnitt 2016 bei voraussichtlich 0,7 % liegen. Die Arbeitslosenquote dürfte sich laut ETLA im Jahresdurchschnitt auf 9,5 % belaufen.