Etla: Großunternehmen wichtiger für BIP und Export als angenommen

20.11.17

Das finnische Wirtschaftsforschungsinstitut Etla hat die Rollen von Unternehmen unterschiedlicher Größen auf das Wirtschaftswachstum und die Beschäftigung sowie die Auswirkungen von politischen Entscheidungen und Fördermitteln auf Unternehmen untersucht.

Die Rolle großer Unternehmen in der finnischen Wirtschaft ist nach Angaben des Instituts deutlich grösser als bislang angenommen. In Finnland gibt es weniger als 600 große Unternehmen (mind. 250 Mitarbeiter), was einem Anteil von 0,2 Prozent aller Unternehmen entspricht. Die Zahl ist seit 2008 um 10 Prozent gesunken und die Gesamtzahl der Angestellten hatte sich bis 2015 um 90.000 Personen reduziert.

Dennoch beschäftigen Großunternehmen 33 Prozent aller von Unternehmen angestellten Personen in Finnland und verantworten 42 Prozent des Umsatzes. Zehn Konzerne erwirtschaften bis zu 7,5 Prozent des finnischen Bruttosozialproduktes. Zu den größten gehören der Telekommunikationskonzern Nokia, die Finanzkonzerne OP und Nordea sowie mit größerem Abstand zur Spitze das Bio- und Forstindustrieunternehmen UPM.

Verfälscht werde das Gesamtbild nach Angaben des Instituts teilweise dadurch, dass fast alle öffentlichen Statistiken die Unternehmensgröße auf Unternehmensebene und nicht auf Konzernebene definieren. So werden die kleinen Tochterunternehmen großer Konzerne als kleine Unternehmen erfasst.

Den Statistiken zufolge sind KMUs für mehr als ein Drittel des finnischen Warenexports zuständig, aber mehr als zwei Drittel dieser Exporte sind in Wirklichkeit auf Tochterunternehmen großer Konzerne zurückzuführen. Daher summiert sich der Export von wirklichen, "unabhängigen" KMUs auf nur 12 Prozent des finnischen Warenexportes. Auch der Beitrag von KMUs auf das BIP und die Beschäftigung beschränke sich auf jeweils 40 Prozent. Doch die kleineren Unternehmen tragen vor allem dazu bei, dass sich die Wirtschaft erneuert, auch wenn die Auswirkungen erst nach durchschnittlich 5-15 Jahren sichtbar werden.

Quellen:

Etla
Helsingin Sanomat